nina-goes-weltwaerts
  Mein Schulalltag
 
"An dieser Stelle möchte ich euch einen kleinen Einblick in meinen Schulalltag geben. Natürlich gibt es ständig irgendwelche Ausnahmen oder es passieren Dinge, die den Alltag irgendwie durcheinander bringen, aber gehen wir mal davon aus, dass „heute“ nicht so ein Tag ist.                                                                                                                                                                                        

Ich stehe also um 6:30 Uhr auf und mache mich fertig, schmiere meine Brote und esse meine Weet Bix (so etwas ähnliches wie Porridge und besteht aus Weisenflocken oder ähnlichem, die man das mit Milch und Zucker zu einem Brei vermischt) und fahre um 7:15 Uhr mit meinem Gastvater zur Schule. Wir sind dann so 20 Minuten später da und er schließt alles auf, denn ich weiß nicht, ob ich es schon erwähnte – mein momentaner Gastvater ist der Schulleiter. Ich stelle derzeit die Stühle in unserer Schulhalle auf. Warum tue ich das? Weil die Schulbusse jeden Morgen sehr unterschiedlich kommen, einige müssen sogar mehrere Fahrten hintereinander machen, da zwei Schulbuse kaputt sind und nicht genügend Geld für die Reparatur da ist. Folglich kommen die Schüler auch zu unterschiedlichen Zeiten in die Schule, wobei die ersten schon um 7:40 eintrudeln und die letzten bis zu ungefähr 40 Minuten später. Der Unterricht beginnt nach Plan erst um 8:15 Uhr, weswegen die Schüler in der Schulhalle bis dahin beschäftigt werden müssen. Da gleichzeitig auch noch die morgendliche Lehrerversammlung stattfindet, befinden sich immer nur zwei Lehrer – plus Katrin und mir – in der Schulhalle bei den Kindern. Das ist eindeutig zu wenig um die ganzen Schüler – die Oasis Special School hat circa 260 Schüler – wirklich zu beschäftigen. Und deswegen, um die Frage nach dem Warum zu beantworten, werden morgens Stühle für die Schüler aufgestellt und ein Fernseher für sie aufgestellt. Natürlich nicht die beste Lösung, aber die einzige, die es für diese Situation im Moment gibt.

Um 8:15 Uhr gehe ich dann also mit meiner Lehrerin in unsere Klasse. Es wird zusammen gefrühstückt – natürlich beten wir vorher und dann malen wir mit den Kindern oder machen einfache Alphabet und Zahlen-Aufgaben mit ihnen. Das Niveau in meiner Klasse ist sehr unterschiedlich, wir haben Schüler, für die schon das Ausmalen zu viel ist und andere Schüler, die immerhin schon ihren Namen schreiben können. Ich widme mich ihnen – bis zur unserer ersten Pause um 10:30 sehr individuell und versuche so, Eins zu eins Unterricht zu machen. Meine Lehrerin macht währenddessen natürlich ihren ganz normalen Job. Gern würd ich ihnen auch deutsche Lider beibringen, so wie es meine Mitfreiwillige Katrin in ihrer, älteren Klasse macht, aber dafür sind die Rabauken einfach noch zu klein, denke ich. Vielleicht werde ich es aber nach unseren Frühlingsferien mal probieren. Um 10:30 Uhr mache ich dann zusammen mit Katrin unsere Pause. Wir essen und quatschen. Es ist schön jemanden zu haben, mit dem man sich austauschen kann und Pläne schmieden kann

Nach der 20 minütigen Pause geht es zurück in meine Klasse. Meistens spielen die Kinder dann ein bisschen bis unser Essen um halb 12 kommt, dass seit neuestem ich aufmache. Nach dem Essen wird die Klasse gesäubert – so etwas wird hier Life Skill genannt und es ist sehr wichtig, denn die meisten unserer Kinder lernen so etwas nicht Zuhause. Danach geht’s für die Kleinen ab ins Bett, wozu dünne Decken und Schaumstoffmatratzen rausgegeben werden. Leider ist beides schon sehr abgenutzt. Um 12 Uhr schlafen sie dann. Ab da findet in meiner Klasse kein Unterricht mehr statt. Ich passe auf sie auf und lege sie schlafen, wenn sie mal wieder nicht liegen bleiben wollen. Zum Anfang war das noch sehr schwer, aber mittlerweile kriege ich das ganz gut hin – man muss ihnen meistens einfach nur die Decke über den Kopf legen und gut zureden Die restliche Zeit bis sie gehen, plaudere ich mit meiner Lehrerin, mache Botengänge und andere Kleinigkeiten. Ich helfe zum Beispiel bei den Finanzen des Schulshops (Tuckshop genannt). So ab 13:00 Uhr gehen dann die ersten Kinder, aber es hängt ganz vom Tag um Wetter ab. Bei schlechtem Wetter gibt es nämlich aufgrund der Gefahr von Erkältungen (viele der Kinder haben ein sehr schlechtes Imunsystem) keine Pausen und dann gehen die Kinder eine halbe Stunde früher nach Hause. Nachdem die Kinder mit dem Schulbus weg sind, bleiben die Lehrer immer noch eine bis eineinhalb Stunden in der Schule – also auch mein Gastvater, mit dem ich ja wieder nach Hause fahre. In dieser Zeit kann ich seit Neustem in den Computerraum und dort an den PC und ins Internet. Außerdem kann man immer nett mit den Lehrern quatschen und ich bringe mir manchmal auch ein Buch mit. Kurz vor Ende der Arbeitszeit gehe ich dann los, um die Tasche meines Gastvaters schon einmal ins Auto zu räumen. Damit endet dann mein ganz normaler Schultag.

Dinge, die diesen Alltag durcheinander bringen:
- Kochen in der Schulküche für Fundraising
- Events wie Schuldisko oder Games Day und ähnlichem

Fazit: Ich mag meinen Schulalltag und ich mag ebenso, wenn er durch irgendwelche Events oder Vorbereitungen durchbrochen wird. Man kann also sagen, dass ich mit meinem Projekt sehr zufrieden bin.




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