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  Athletik in der Schule
 

Ich weiß, ich hänge hinterher mit dem Schreiben der Blogeinträge, deswegen werde ich hier jetzt doch etwas zum letzten Mittwoch schreiben. An diesem Tag nahm meine Schule nämlich an einem Leichathletikwettkampf für Schulen mit geistigbehinderten Kindern teil und Katrin und ich waren als Officials gemeldet und begleiteten die Schüler deswegen… 

Morgens begann der Tag wie immer, doch schon um halb neun begleitete ich dann Michelle, das einzige Mädchen meiner Klasse, die als Sportlerin gemeldet war, zur Anprobe der Sportsachen. Mit einer mehr oder weniger passenden Hose und einen Oberteil ging es dann zum Umziehen auf die Toilette und anschließenden in den Bus, der uns zum Blue Downs Stadium fuhr. Michelle war total süß und hielt die ganze Zeit meine Hand und wollte mir wichtige Dinge erzählen und fragte mich immer, bevor sie etwas machte – zum Beispiel fragte sie, ob sie einen „cool drink“ trinken dürfte und so weiter. Sie war wirklich sehr aufgeregt J

Als wir am Stadium dann um kurz nach neun – der Wettkampf sollte um neun beginnen – ankamen, waren wir gerade mal die Zweite von acht Schulen und von den Organisatoren war weit und breit nichts zu sehen. Wir bezogen dann erst einmal unseren Platz auf der Tribüne und irgendwie fühlte ich mich stark an die Bannerwettkämpfe erinnert, zu denen meine alte Schule jedes Jahr fuhr. Katrin und ich liefen mit einer Lehrerin noch zu gegenüberliegenden Mall und kauften Säfte für die Schüler – gestern hatten wir schon Muffins gebacken (wobei ich natürlich geholfen hatte) und heute Morgen hatten ein paar Lehrer Brote für die ca. 40 Schüler geschmiert.


Es war mittlerweile schon brütend heiß geworden. Im Wetterbericht waren 32 Grad angesagt und genau die spürten wir leider auch, als wir um halb elf endlich die Weitsprunganlage in Besitz nahmen, denn Katrin und mir war die Aufgabe übertragen worden, den Weitsprung der Jungen zu messen – und zu haken. Die ganze Organisation war leider ziemlich afrikanisch, was bedeutete, dass wir keinen Zeitplan und noch nicht einmal eine Starterliste bekommen hatten. Das bedeutete, die Schulen brachten ihre Schüler einfach irgendwann zur Anlage und wir mussten dann alles aufschreiben und messen und eben haken. Das Aufschreiben war nicht so leicht, wie ihr denkt, denn afrikanische Namen sind wirklich nicht leicht zu schreiben und die meisten Starter konnten auch nur afrikaans, was die Sache noch erschwerte, denn wir mussten oft auch die Regeln des Weitsprungs erklären.

Das ganze atmete schließlich in richtigen Stress aus, da es sehr viele Jungen gab, die sprangen, und wir durch den späten Start nicht im Zeitplan waren und die Schulen aber nicht länger bleiben konnten, weil die Schulbusse an den Schulen gebraucht wurden.

So arbeiteten wir also in der brennenden Sonne in Akkordarbeit bis wir eine kleine Mittagspause bekamen, denn alle Officials bekamen ein kleines Menü von KFC und ein Trinkpäckchen. Wenn ich von einem kleinen Menü spreche, meine ich auch ein kleines Menü – so kleine Menüs werden in Deutschland gar nicht verkauft, kann ich euch sagen Trotzdem war es eine nette Aufmerksamkeit und es besänftigte mein Gemüt gegenüber der Turnierleitung ein bisschen, aber auch nicht ein ganz kleines bisschen.

Danach ging es wieder in die Sprunganlage, letztendlich arbeiteten wir 3 volle Stunden in dieser Hitze und ich fühlte mich danach von allem eine wenig kaputt. Dennoch hatten wir ein gutes Gefühl, denn ich weiß, dass die wenigsten Südafrikaner das so wie wir durchgezogen hätten und wir den Kindern wirklich geholfen hatten J

 

Um ein Fazit von Tag zu ziehen, würde ich sagen, dass er doch erfolgreich war. Die Leistungen der Kinder waren übrigens gar nicht mal schlecht, obwohl natürlich auch einige sehr schlechte Ergebnisse dabei waren. Manche der Kinder hatten sogar Spikes an, wogegen die Kinder meiner Schüler weitestgehend barfuß sprangen und liefen.  Meine Schule schloss recht erfolgreich ab, obwohl es keine Siegerehrung oder so gab. Was aber viel wichtiger ist, ist, dass sie sich alle gut benommen haben J

 Michelle hat übrigens ihren 100 Meter Lauf gewonnen und war mein kleiner Champion an diesem Tag. Ich feierte ein wenig mit ihr und ich konnte spüren, wie glücklich sie damit war  






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